Puma CVX 185 Fehler Vorderachsfederung

13.09.2015 18:00
#1
Fr

Moin zusammen,

bei unserem Puma CVX 185 gibt es seit längerer Zeit undefinierbare Probleme mit der Vorderachsfederung.

Folgendes Verhalten ist festzustellen.

Anfahren aus dem Stand/geringe Geschwindigkeiten:

Bei forschem Anfahren aus dem Stand hebt der Schlepper maximal aus und die Achse schlägt an den Todpunkt. Bei einem Lastwechsel, also z.B. zügige Verringerung der Geschwindigkeit bis zum Stand, ist es ebenfalls möglich die Achse am Schlepperrahmen anschlagen zu lassen. Anschließend pendelt sich die Achse wieder mittig ein.
Das genannte Verhalten zeigt sich nur bei geringen/trägen Geschwindigkeiten und kann bewusst reproduziert werden (Aufschaukeln mit dem Fahrpedal). Unabhängig ob mit oder ohne Frontgewicht bzw. eingehängte Lasten in der Heckhydraulik.
Der Schlepper scheint somit subjektiv zu weich oder z.B. der Füllgrad in der Stickstoffblase zu gering.

Hohe Geschwindigkeiten/Straßenfahrten:

Bei schlagartigen Stößen durchschnittlicher Unebenheiten auf der Straße reagiert die Vorderachse kaum wahrnehmbar und der Schlepper schaukelt sich auf. Es scheint, als sei die Vorderachse deaktiviert und es erfolgt keine weitere Kompensierung. Bei wenig unebenen Straßen liegt der Schlepper unruhig und die Schleppernase ist dauerhaft leicht am Wippen. Lediglich bei tiefen bzw. langgezogenen Wellen ist ein gefühlt sehr hartes Eintauchen festzustellen.
Der Schlepper scheint somit subjektiv zu hart oder z.B. der Füllgrad in der Stickstoffblase zu hoch.

Bei Ackerarbeiten mit aktiviertem Allrad verspannt die Achse und zieht die Schleppernase nach unten bis keine Federung mehr festzustellen ist.

Gefühlt wird bei trägen/langsamen Federvorgängen das verdrängte Hydraulikölvolumen abgeführt und bei schlagartigen/schnellen Federvorgängen staut das Öl und die Vorderachse bleibt starr.

Bisherige Maßnahmen:

1. Wechseln des Lagesensors (Wasserwaage) an der Schlepperfront mit anschließender Kalibrierung.
2. Füllgrad in der Stickstoffblase wurde verringert mit anschließender Kalibrierung.
3. Das Gestänge des Potiometer an der Vorderachse wurde eingestellt (18mm und 970mm) und anschließende Kalibrierung.

Keine der genannten Maßnahmen hat Erfolg gezeigt. Während der Kalibrierung werden vereinzelt die Fehlercode U09 (Potentiometer-Gestänge prüfen), U18 (Druckschalter Forderachsfederung Kurzschluss) gezeigt und der Vorgang abgebrochen bzw. oder teilweise wird die Kalibrierung erfolgreich beendet.

Eine norddeutsche Vertragswerkstatt war bis dato nicht in der Lage das Problem zu erkennen bzw. einen sinnvollen Lösungsweg zu definieren. Viel Geld wurde dennoch verlangt.

Hat von Euch jemand einen Vorschlag, was im Gesamtsystem zu dem Fehler führen kann?

1. Defekte Magnetventile?
2. Falsche Anzugsdrehmomente der Lager?
3. Falscher Druck in der Stickstoffblase?
4. Defektes Relai?
5. etc.?

Grüße


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13.09.2015 18:40
avatar  844er
#2
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Profi

Moin Fritzchen

Holla die Waldfee... Wenn ich das so lese, dann beschleicht mich das Gefühl, das der CVX in dem jetzigen Zustand für die Strasse nicht sicher ist...
Wie alt ist der CVX jetzt ? Könnte da ggf. noch was über die Garantie laufen ?
Was für eine Vorderachse ist das ? Hast du die Carraoachse mit Einzelradfederung ?

Wenn die Sachen wie:

Zitat
Bisherige Maßnahmen:
1. Wechseln des Lagesensors (Wasserwaage) an der Schlepperfront mit anschließender Kalibrierung.
2. Füllgrad in der Stickstoffblase wurde verringert mit anschließender Kalibrierung.
3. Das Gestänge des Potiometer an der Vorderachse wurde eingestellt (18mm und 970mm) und anschließende Kalibrierung.

schon gemacht wurden, so könnte ich mir vorstellen, das ggf. ein Relais für die Vorderachsfederung defekt ist.

Du kannst doch sicherlich beim CVX verschiedene Programme für die Vorderachse wählen oder ? Wenn ja, was für Möglichkeiten hast du da ? Hart/Mittel/Weich ? Wie verhält er sich denn dann ? Wie ist das Fahrverhalten, wenn du ein z. B. ein Frontgewicht in der Fronthydraulik hängen hast. Ist das Fahrverhalten dann anders/besser ?

Dann würde mich interessieren, was für eine Bereifung du hast ? Standartbereifung oder wurden andere Reifen samt Felge montiert ? Welche Reifenmarke ist vorhanden ?
Was mich auch interessiert ist: Wie ist die Kabinenfederung eingestellt ? Stellt man die auch per Elektronik ein, oder wird diese mechanisch per Hand eingestellt ? Musse diese dann auf die Federung der Voderachse angepaßt werden/sein?

Gruß Alfred


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13.09.2015 21:59 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2015 22:09)
#3
Fr

Hallo Alfred,

bei dem Puma handeltes sich um einen Tier 4 final SCR, Bj. 10/2012, aktuell rund 1300h. Stand vorher als Vorführer ca. 1,5 Jahre in einer Verkaufshalle. Garantieansprüche existieren leider nicht mehr.

Die Vorderachse ist entsprechend der aktuellen Pumaserie aktiv geregelt, mit Niveauregelung, Einfluss von x Sensoren (Beschleunigug, Fahrtrichtung, Kraftbelastung etc.) zur optimalen Dämpfung. 105 mm Hub. Softwareseitig kann man zwischen den 3 bekannten Stufen wählen (hart, mittel, weich) wählen, hat aber in meinem Fall keinen spürbaren effekt. Auf der Straße feder auch auf "weich" so gut wie gar nichts.

Die Kabinenfederung ist mechanisch. Einfache Stoßdämpfer mit mechanischer Einstellung. Diese haten keinen sterungstechnischen Zusammenhang mit der Vorderachse. Resonanzen sind nicht auszuschließen, also muss die Kabinenfederung nicht auf die Vorderachse abgestimmt werden.

Reifen entsprechen dem Standard und wurden ab Werk montiert. Michelin XeoBIB VA 600/70 und HA 710/70. Reifendruck habe ich mitterlweile zur Ertestung varriert zwischen 0.8 und 1.8 bar.

Das wiedersprüchliche ist, dass die Achse die geschilderten 2x Zustände annimmt. Bei langsamen Bewegungen wie dem Anfahren hebet die Achse bis Anschlag butterweich aus, bei Strassenfahrten mit schlagartigen Bewegungen federt gar nichts.

Zu sagen, dass der Schlepper nicht fahrbar ist, halte ich für übertrieben. ist aben ein Schlepper ohne geferderte Vorderachse wie in alten Zeiten mit einem 5t Grupper in der HH. Ich habe aktuell nach drei Tagen Stoppelbearbeiten echt Rückenschmerzen und bin abgenervt.

Ich habe noch niemanden gefunden, der sich wirklich auskennt mit der Technik.


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13.09.2015 22:19
avatar  844er
#4
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Profi

Moin

Kann man die Vorderachsfederung nicht auch per Knopfdruck auf gewisse Federwege (oder die Federung auf sich hart/mittel/weich) programieren/einstellen ? Wenn ja, hast du das schon mal was probiert ? Was sagt die Bedienungsanleitung dazu ?
Gibt es beim Freundlichen ggf. ein Software-Update, was den Fehler von der Softwareseite ausmerzen könnte....?

Wie verhält sich die Federung denn, wenn du gewicht vorne einhängst. Da sollte der Mechanismus ja eigentlich reagieren oder besser gesagt, anders reagieren. Hast du da schon mal was aufprobiert und eine Änderung beim Fahrverhalten festgestellt ?

Meine Vermutung geht da eher in Richtung Relais defekt. Das sollte dann aber besser der Freundliche CASE-IH Händler durchmessen oder erklären können, wo man da anfängt.

Gruß Alfred


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14.09.2015 21:16
#5
IH

Hallo. Würde auf jeden Fall den Drucksensor der den Fehler U 18 auswirft erneuern. Haben den schon öfter gewechselt.


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15.09.2015 22:54
#6
Fr

Moin,

klar, der Sensor kommt neu, ist das kleinste Problem.

Was habt ihr denn bisher noch so wechseln müssen?

Über folgende Punkte habe ich noch nachgedacht:
1. Befüllen der Stickstoffblase darf ja theoretisch nur ausgebaut oder bei angehobener Schlepper Vorderachse erfolgen? Sodass kein Druck aus dem System den Wert in der Blase abfälschen kann.
2. Welcher Druck ist optimal für die Blase? Vorgabe ab Werk sind angeblich 30bar, unser Vertreter empfiehlt max. 20bar, da sonst angeblich alles zu steif wird.
3. Wie werden die Magnetventile geprüft? Wenn die Spule versagt, wird ein Fehler ausgegeben. Aber wenn z.B. ein Ventil nicht ganz öffnet,
merkt keiner etwas? Kann man die Daten über Diagnosestecker als Live-Auflistung anzeigen lasse und eine Log mit Fehlern erzeugen?
4. Gab es zwischenzeitlich ein Softwareupdate für das Universalsteuergerät, welche maßgeblich Einfluss auf die Steuerung der Vorderachse genommen hat?

Wie viele Magnetventile hat das System? Heben, senken und ein Proportionalventil zum Ausgleich?
Beim Kalibrieren stellt man zumindest fest, ob die Ventile für den Hebe- bzw Senkvorgang aktiv sind, aber das Proportionalventil?

Gruß


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16.09.2015 22:55
#7
IH

Du kannst die Vorderachse komplett absenken in dem man die Rändelschrauben des Ventils das auf dem Getriebe sitzt komplett herein dreht. Dann senkt die Achse sich ab. Der Druck in der Stickstoffblase sollte 21-22 bar betragen.
Ein Softwareupdate sollte überprüft werden ob vorhanden. Ob das direkt mit dem Problem zu tun hat kann ich nicht sagen.


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17.09.2015 11:11
#8
Fr

Rändelschraube, genau. Jetzt wo Du es sagst - vielen Dank.

Letzte Frage:

Mit oder ohne Frontgewicht kalibrieren? Vermutlich mit, oder!?

Gruß


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18.09.2015 20:10
#9
IH

Würde erst mal ohne kalibrieren.


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29.09.2015 21:07
#10
IH

Hallo. Funktioniert die Federung wieder?


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18.10.2015 17:10
#11
Fr

Nein, leider funktioniert die Achse noch nicht wieder. Neuste Vermutungen behaupten, dass irgendein Magnetventil schließt, obwohl es nicht soll.

Das Gesamtsystem hat vier Magnetventile. Heben und Senken, für die Stickstoffblase und zur Sperrung der Gesamtachse. Alle Ventile wurden ausgebaut, Durchgang gemessen, Funktion geprüft, gereinigt und wieder eingebaut. Resultat: Achse schaltet sich weiterhin beliebig ab. Vorwiegend nach dem heben bleibt alles starr.

Kontostand: - 5.000€

Nächste Generation wird ein Fendt.


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18.10.2015 18:49
avatar  844er
#12
avatar
Profi

Hallo Björn

DAS hört sich nicht sehr gut an. Besteht da ggf. noch ein Anspruch auf Wandlung ? Eventuell hast du ja Glück, wenn das Problem von Anfang an bestand und bis dato nicht in den Griff zu bekommen ist... DA würde ich direkt CASE-IH anschreiben oder telefonisch kontaktieren.

DAS ist schon ganz schön deftig, was man da an Reperaturen ausgeben kann
Ob du da mit einem Fendt-Vario deutlich glücklicher wirst.... Auch da ist viel Technik verbaut, wo der Wurm drin sitzen kann...

Wie geht man denn jetzt in deinem Fall weiter vor ? Mich würde ja echt brennend interessieren woran es liegt. Können die da -wie im KFZ-Bereich- keinen Fehler auslesen ? Ist denn eventuell die Software fehlerhaft ? Es scheint mir ja fast so, als wenn kein Impulssignal zurückkommt, die dann wiederum das Signal zum regulieren nach vorne gibt.

Halte uns hier bitte auf dem laufenden.

Gruß Alfred


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06.10.2018 07:24
avatar  Bauer b
#13
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Profi

Moin !

Wir hatten mit unserem MXU auch das Problem mit der Vorderachse .
War ein Kabelwakler .
Ich würde als erstes mal alle Kabel mit dem Auge auf eventuelle Bruchstellen kontrollieren und alle Steckverbindungen lösen und mit Kontaktspray einsprühen .

Gruß Marc .


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